Jahreskulturfahrt nach Michelstadt/Odenwald

mit den Ortsgruppen Baltmannsweiler,  Plochingen und  Reichenbach-Hochdorf

Zusammengestellt und wiedergegeben von Organisator und Stadtführer Jürgen Gruß, 12. August 2019

Wenn die Inspirationen für einen gemeinsamen Ausflug dreier Ortsgruppen im Schwäbischen Albverein wieder einen großen Erfolg zu verzeichnen hat, dann war es dieser verbindende Kulturausflug am Sonntag, den 11. August nach Michelstadt. Das Städtchen hat 16.000 Einwohner und ist eine Kleinstadt im Odenwald. im Süden von Hessen. Michelstadt ist mit einer Fläche von gerade mal 87 Quadratkilometern wie sein Name schon verrät der größte Ort im Odenwaldkreis. Der Name kommt von dem heute nicht mehr gebräuchlichen Adjektiv michel = groß (im Gegensatz zu lützel = klein). Michelstadt war also (früher) mal eine große Stadt. Heute ist es zumindest noch eine sehr schöne Stadt.

Die Stadt zählt zu den ältesten Siedlungen des inneren Odenwaldes. Das erste Steinhaus wurde 741 dem Bonifatiusschüler Burkhart, dem ersten Bischof von Würzburg, geschenkt. In diesem Zusammenhang wurde Michelstadt erstmals erwähnt. Nach seinem Tod fiel diese „Burg“ zurück an die fränkische Königskrone. Im Jahre 815 wurde die Markung „Michlinstat“ erneut verschenkt, diesmal an Einhard.
Einhard (770 geboren) war ein fränkischer Adliger und Geschichtsschreiber, der ab 794 ein wichtiger Berater und der Biograf Kaiser Karls des Großen war. Seine am klassischen Vorbild geschulte Sprache, ein sehr bewusstes Nacheifern römischer Verwaltungsbeamter sowie Verbundenheit und intime Kenntnis seines Kaisers befähigten ihn, ein monumentales Herrscherbild von einer individuellen Treffsicherheit zu entwerfen, wie sie sonst im Mittelalter kaum zu finden ist. Sein Geburtstag jährt sich 2020 somit zum 1.250. Mal.

840 kam der Besitz an das Kloster Lorsch. Mit der Neuzeit wurde das Wachstum der Stadt immer mehr durch die Stadtmauer eingeengt, weshalb ab dem 17. Jahrhundert die ersten Häuser außerhalb entstanden. Im Jahr 1806 fiel Michelstadt mit der Grafschaft Erbach an das Großherzogtum Hessen.

Eingebettet in eine sehr waldreiche Mittelgebirgslandschaft liegt es 200 m über NN. Der höchste Berg in der Region ist der Hohwald im benachbarten Hesseneck mit 553 m Höhe. In Michelstadt herrscht Landidylle. 61 Prozent der Fläche in der Stadt werden forstwirtschaftlich genutzt, 28 Prozent werden landwirtschaftlich genutzt.

„Was Du mir sagst, vergesse ich. Was Du mir zeigst, daran erinnere ich mich.“, bestärkt uns- Konfuzius  Und was Wanderfreund Jürgen Gruß alles zeigte, wird uns 36 Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Gedächtnis bleiben.

An drei Stellen liebäugelten wir mit Parkanlagen, in denen zauberhafte teils über 100 Jahr und an die 60 Meter hohe Bäume stehen. Michelstadt hat eine Altstadt mit vielen denkmalgeschützten Fachwerkhäusern. Einer besonderen Betrachtung unterzogen wir dem von kleinen verwinkelten Bauernhäusern, als auch Brunnen in Hanglage geprägten Viertel vor der Stadtmauer. In 13 Brauereien wurde um 1900 übrigens in Michelstadt Bier gebraut. Diese Tradition wird heute in zwei Braustätten fortgeführt. Weinbau betrieben zwei Familien.

Das historische Gasthaus „zum Grünen Baum“ bot das passende Ambiente zu unseren Verköstigungsabsichten und zur Babbelstond bevor wir wieder den Gassen und Sehenswürdigkeiten unsere Aufwartung machten.

Zum Start des zweiten Teils schauten wir zur Synagoge: eine der wenigen Synagogen, die in Südhessen nach der nationalsozialistischen Judenverfolgung erhalten geblieben sind. Während des Novemberpogroms vom 9. November 1938 wurde der Innenraum völlig verwüstet, aber das Bauwerk selbst blieb unversehrt, ebenso die hebräische Inschrift. Inzwischen gibt es wieder eine jüdische Gemeinde. Im Jahr 2005 wurde feierlich eine Thorarolle in die Synagoge gebracht. Seitdem finden in der Synagoge wieder Gottesdienste statt.

Das Michelstädter Fachwerk-Rathaus, u.a. abgebildet auf einer Briefmarke der Deutschen Bundespost („500 Jahre Rathaus Michelstadt 1984“), wurde im Jahre 1484 im Stil der Spätgotik errichtet, danach mehrfach im Inneren verändert und war von 1743 bis 1903 verschindelt. Viele können sich kaum vorstellen, dass das Gebäude acht Jahre vor der Entdeckung Amerikas erbaut wurde. Das Erdgeschoss des Rathauses diente von Beginn an als Markthalle. So hatte man auch bei Regen immer ein Dach über dem Kopf. Der originellste Fachwerkbau Deutschlands wurde in Rähmbauweise errichtet, der rückwärtige Teil (Ostwand) war ursprünglich ein Teil der Friedhofsmauer, auf der das obere Rähm des Erdgeschosses aufliegt. Die Eichenbalken des Fachwerks sind noch original erhalten.  Der Baumeister ist unbekannt, vermutet wird, dass die Anregung für den Bau von Schenk Adolar von Erbach und Bischof Johann III. von Dalberg (dessen Berater) ausgegangen sein könnte.

Die 1490 fertiggestellte Stadtkirche wurde als Ersatz für eine in karolingischer Zeit von Einhard an Stelle einer Holzkirche erbauten Steinkirche errichtet. Die Pfeiler des Mittelschiffs sowie die Wände des südlichen und nördlichen Seitenschiffs wurden 1475 gebaut. Der Chor stammt aus dem Jahr 1461, die Nordwand des Vorchors ist noch karolingisch. Die Vorgängerin der Stadtkirche wurde neben dem hier erneut hervorspringenden Bach namens „Kiliansfloß“ erbaut. Der gefasste Kiliansfloß speiste neben dem Taufbecken auch eine Vielzahl der städtischen Brunnen. Die Michelstädter Stadtkirche hat eine Vielfalt an Grabplatten vom Hochmittelalter bis zur Neugotik. Die intensivfarbigen Glasfenster stammen aus dem frühen 20. Jahrhundert; sie gehen auf Stiftungen ortsansässiger Familien und Vereine zurück.

Abschließende Station unseres insgesamt gut dreistündigen Rundgangs war die anfangs erwähnte Burg, eine im Wesentlichen im 16. Jahrhundert überbaute fränkische frühmittelalterliche Anlage, die in den Stadtmauer-Ring integriert ist. Der als Diebsturm bezeichnete westliche Turm diente als Gefängnis und war der tiefst gelegene Stadtmauerturm. Und Reineke Fuchs bewacht den Ausgang.

Die Menschen des Mittelalters begingen ihr Tagwerk in festem Glauben an höhere Mächte:
Gott war allgegenwärtig, aber auch sehr grausam, der Teufel war ein reales Wesen,

Engel und Dämonen kämpfen um die Seelen der Menschen. Ebenso gewichtig wie der „rechte“ Glaube war der Aberglaube. Geister und Spukgestalten waren fester Bestandteil des Lebens, ebenso wie die Zauberei, die in vielen Familien praktiziert wurde. Ein Mitglied der Gesellschaft war der Scharfrichter, der für die „Hohe Gerichtsbarkeit“ hier im Rahmen der Burg tätig war. Hexen und Hexenverfolgung gab es nahezu überall – außer in der ehemaligen Grafschaft Erbach! Hier blieb die Seelenwelt des Mittelalters erhalten.

Die Bahn tat ihr Übriges, dass alle Verkehrssysteme aufeinander gepasst hatten und wir im Prinzip keine Standzeiten hatten. Dies bei achtmaligem Umsteigen. Der Bahnhof Michelstadt, ein Durchgangsbahnhof an der Odenwaldbahn, liegt etwa 700 Meter von der Altstadt entfernt.


Kulturfahrt Michelstadt (Foto: Horst Branke)

 

Familienaktion: Entdecker Tour

Erneut zog sich die Familiengruppe die Wanderschuhe an und ging auf Entdecker-Tour.

Dazu mussten wir gar nicht weit, denn unser Ziel war der Holderstein unterhalb von Hohengehren.
Los ging es in Reichenbach, immer den Bach entlang. Ganz einfach haben wir es uns aber nicht gemacht, denn unterwegs gab es viele Stationen, wie zum Beispiel Gruppenfangen, Steinweitwurf, Rätselfragen und Führung mit verbundenen Augen.

Gestärkt nach einem leckeren Vesper wanderten wir einen kleinen Berg hoch. Als der Weg dann schmäler wurde, bekamen wir die Sage zum Holderstein erzählt. Damit es uns nicht wie dem Reiter damals erging, arbeiteten wir uns vorsichtig im Gänsemarsch zu diesen Felsen vor. Dann wurde es spannend: denn da war ein großer Graben. Doch mit vereinten Kräften hat es jeder gut rüber geschafft.

Auf dem Rückweg machten wir noch einen Halt am kleinen See um unsere selbstgebauten Boote schwimmen zu lassen.

Natur, Abenteuer, Spaß&Spiel und Zeit mit der Familie- was will man mehr!

   

   

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Text: Maria Rauchfuß
Bilder: Maria Rauchfuß

Familienaktion: Wo ist der Osterhase?

Wo ist der Osterhase?

Am Ostermontag traf sich die Familiengruppe um 11.00 Uhr am Albvereinturm.
Die Kinder waren schon aufgeregt, denn der Osterhase wollte uns besuchen. Doch wo hatte er sich versteckt? Thomas hatte Spuren gefunden, denen wir nachlaufen sollten. Damit kein Kind verloren geht, durfte sich jedes an dem langen Seil einen Platz suchen und los ging es. Unser Weg führte uns am Waldkindergarten und der Bühleiche vorbei, doch den Osterhasen fanden wir nicht. Die Spuren führten zurück zum Turm. Hatte uns der Osterhase etwa an der Nase herumgeführt? Nein, er lockte uns nur vom Turm weg, damit er in Ruhe für jedes Kind ein Ostergeschenk verstecken konnte.

Die Kinder liefen vergnügt über die Wiese und schauten hinter Büschen und Bäumen. Schnell waren die Geschenktüten gefunden. Mit was sie wohl gefüllt sind? Die Freude über die lustige Knete, Spiralmännchen, Schokolade und Gummibärchen war rießengroß. Alle haben sich sehr darüber gefreut.

Danke lieber Osterhase und Tschüß bis zum nächsten Jahr!

 

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Text: Elke Becker
Bilder: Maria Rauchfuß

Jahreskulturfahrt nach Worms

mit den Ortsgruppen Baltmannsweiler,  Plochingen und  Reichenbach-Hochdorf

1.000 Jahre Wormser Dom – Mittelpunkt der Kulturfahrt am 12. August 2018

Bedächtig füllte sich der Bahnsteig 1 am Plochinger Bahnhof mit den ambitionierten Teilnehmern am Sonn(en)tagmorgen des 12. August. Mehr als 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bestiegen nach Begrüßung und Programmvorstellung durch Initiator Jürgen Gruß, assistiert von Doris und Viktor Tosic aus der Ortsgruppe Plochingen den ersten von vier Zügen in die Nibelungenstadt am Rhein. Unser diesjähriger Einsatzort war nach idealisierter Planung um 11.11 Uhr erreicht.

Erstes Glanzlicht ist das 1904 fertiggestellte Bahnhofsgebäude für uns gewesen: Ein prägendes Beispiel des vom Stadtbaumeister Karl Hofmann „erfundenen“ Nibelungenjugendstils. An einem fassbaren maßstäblichen Stadtmodell vorbei – Bronzeguss auf einem Sockel aus Sandstein, strebten wir dem Ostchor des Wormser Doms zu. Unsere Blicke richteten sich himmelwärts. Dieses Gelände machte auch literarisch Karriere. Denn es taucht im Nibelungenlied auf. Eine der zentralen Szenen des Epos spielt am nahen Portal der Kirche: die Demütigung der Königin Brunhild durch ihre Rivalin Kriemhild, wodurch ein Strudel aus Mord und Vergeltung ausgelöst wird.

Im Schatten der alten Bäume und das Kirchenschiff vor Augen wandte sich Gruß von der Nibelungensage „uns ist in alten maeren wunders vil geseit…“ nun der tausendjährigen Baugeschichte zu. Das volle Mittagsgeläut der Glocken polarisierte und pulsierte die heitere Grundstimmung. Aufgewölbter Sandstein hält jeden Ton gefangen wirft ihn vervielfacht in sich selbst zurück

Die Stadt Worms blickt auf eine lange Geschichte zurück. Der Name „Worms“ geht auf eine keltische Ansiedlung zurück. Später entstand an ihrer Stelle eine römische Provinzstadt, die infolge der Völkerwanderung unter burgundische, danach fränkische Herrschaft geriet. In dieser Zeit entstand die Vorläufer-Kirche an Stelle des heutigen Doms. Die Geschichte des Wormser Doms ist eng mit dem Schicksal der Salier verknüpft, einem Herrschergeschlecht, das im 11. Jahrhundert die römisch-deutschen Kaiser stellte. Damals beginnt eine dramatische Auseinandersetzung zwischen Kaiser- und Papsttum, die in dem berühmten „Gang nach Canossa“ Heinrichs IV. gipfelte. Sein Nachfolger unterzeichnet 1122 in Worms einen Vertrag, der als „Wormser Konkordat“ in die Geschichtsschreibung eingeht – und letztlich Macht und Einfluss des Kaisertums dauerhaft schwächt.

Im Mittelalter gab es ein Bistum Worms mit eigenem Bischof. Im Jahr 1000 wurde Burchard zum Wormser Bischof geweiht. Am 9. Juni 1018 weihte Burchard, an den heute eine Bronzestatue vor dem Dom erinnert. In den folgenden Jahrhunderten wurde der Kaiserdom mehrfach beschädigt, zuletzt im Zweiten Weltkrieg, als der hölzerne Dachstuhl abbrannte und durch ein Stahlkonstrukt ersetzt wurde. Für den Rundgang durch die Kathedrale suchten wir Wanderfreunde uns persönliche Schwerpunkte, die am Treffpunkt vor dem Gotteshaus, um die Gläubigen nicht im Gebet und Andacht zu stören mit historischen Details ergänzt wurden.

Etwa, dass in einem farbenprächtigen Fenster, das der Glaskünstler Hindorf in den 1980ern entworfen hat, auch Martin Luther abgebildet ist – äußerst ungewöhnlich für eine katholische Kirche und dass Balthasar Neumann aus Würzburg den Hochaltar neu geschaffenen hat, da einige vagabundierende, betrunkene Soldaten Ludwigs XIV. 1689 den bestehenden Altar angezündet hatten.

Dem Rheinunfer zustrebend kehrten wir dann im ältesten Gasthaus Worms mit glänzend motiviertem Personal ein. Ab und zu fühlten wir uns wie am Burgunderhof. An die Geschichte von Gernot, Gunther und Giselher, die nach dem Tod ihres Vaters das Königreich gemeinsam regieren, erinnert. „Rheingold“ schien weiterhin vom Himmel. Die Pappeln, die ranken, schlanken am Rheinufer, erinnerten an die vier Türme des Doms. Alle gingen wir danach gut situiert an Resten der mittelalterlichen Stadtmauer vorbei wieder in die Innenstadt zu den nächsten bedeutenden, teils malerischen Orten unserer Zeitreise.

Im Jahr 1521 musste sich Luther vor dem Reichstag zu Worms rechtfertigen. Dabei weigerte er sich, seine reformatorischen Lehren zurückzunehmen, weshalb er geächtet wurde. Den Dom durfte er als exkommunizierter Ex-Mönch nicht besuchen. Doch unser Reiseführer zeigte uns in der Gartenanlage des Heylshof an die Nordseite des Doms angrenzend, dem Ort des Geschehens, eine Tür zu einem unterirdischen Gang und meinte: „Ob er sich trotzdem ab und zu in den Dom, als Gebäude im Mittelpunkt unserer Kulturfahrt stehend, geschlichen hat?“

Das zu Ehren des Reformators von Ernst Rietschel geschaffene und im Juni 1868 enthüllte Lutherdenkmal, Deutschlands größte Reformationsdenkmal, als die Vollendung jahrhundertlanger abendländischer Bemühungen um die Wahrheit des Evangeliums war das Deckelchen unserer Wormser Geschichtskrüge, die wir im übertragenen Sinne noch lange hochhalten werden.

In der Mitte des Denkmals erhebt sich turmartig über Treppenstufen das Hauptpostament, auf dem Luther im Predigtrock mit der Bibel dargestellt ist. Er blickt nach dem Bereich des Heylshof, dem Rest des ehemaligen Bischofshofes, wo er im Schatten des Domes vor Kaiser und Reich stand. Unter ihm sitzen auf vier Sockelpfeilern die Vorreformatoren Wyclif und Hus, der Gründer der Waldenserbewegung Petrus Waldus und der Mönch Savonarola. Ende des 15. Jahrhunderts entfachte Savonarola einen Aufstand gegen den Luxus in Florenz und im Vatikan, was er vier Jahre später mit dem Leben bezahlte. An den Seiten des Postamentes sind Wappen, Medaillons und Reliefs angebracht, die das Reformationsgeschehen illustrieren.

Für Mitreisende und Leser(innen) noch ein Nachtrag, den wir Worms nicht ans Tageslicht bringen wollten. Eine Explosion in einem Wormser Stickstoffwerk 1921 zerstörte alle mittelalterlichen Glasfenster des Doms. In der Reihe von Beispielen menschlicher Sünden ein unerwartetes Ereignis. Die neuen, teilweise erst 35 Jahren alten Kirchenfenster sind sehr unterschiedlich. Neben einfacher klarer oder Milchglasverglasung in den Querschiffen wurden besonders in den Kapellen anspruchsvolle moderne Bildfenster geschaffen. Wie das oben erwähnte Geschichtsfenster mit Szenen der Wormser Bistumsgeschichte vom ersten Bischof Victor 345 über Martin Luther bis zur Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg.

Ein paar Minuten vor 20 Uhr, kurz der Ankunft, füllten sich für ein paar Minuten die Bahnsteige am Plochinger Bahnhof wieder. Gedanken strömten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die Jahr für Jahr solche Städte oder Stätten mit uns besuchen, machen diese zu einem lebendigen Ort und geben ihnen  damit Zukunft. Nun sind Sie gefragt, welchen energiegebenden Weg möchten Sie gehen?

Jürgen Gruß 13.08.2018

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Kulturausfahrt Bodensee

Am Johannis auf die Reichenau „Willkommen an Bord“

Am Sonntag, 24. Juni trafen sich 37 Albvereinler um die Insel Reichenau am Bodensee zu erkunden.
Bei etwas bedecktem Himmel fuhren wir frühmorgens mit der Bahn nach Friedrichshafen und dann weiter mit der Südbahn nach Radolfszell am Nordwestufer des Bodensees. Dort wartete bereits bei strahlendem Sonnenschein das Personenschiff „Stadt Radolfzell“ das uns sicher auf die Insel Reichenau brachte.
Reichenau ist eine bewohnte Insel im Landkreis Konstanz und die größte Insel im Bodensee. Seit 2000 ist sie mit dem Kloster Reichenau auf der UNESCO-Liste des Welterbes verzeichnet. Die Insel sei, so die UNESCO in ihrer Begründung, ein herausragendes Zeugnis der religiösen und kulturellen Rolle eines großen Benediktinerklosters im Mittelalter.
Die Insel ist heute Teil der Gemeinde Reichenau sowie kulturelles und Verwaltungszentrum der Gemeinde. Die Gemeinde Reichenau umfasst neben der Insel auch Festlangebiete. Die aktuelle Einwohnerzahl der Insel Reichenau beläuft sich auf 3300.
Nach dieser ausgiebigen Eklärung über die Insel führte uns Jürgen Gruß über schöne Wanderwege mit tollen Ausblicken auf den Bodensee zu unserer Mittagseinkehr im urigen „Kieferstüble“ in der Inselmitte.
Nach einem ausgiebigen Mittagessen führte uns unser Reisebegleiter auf die nahegelegene Hochwart, ein schöner Aussichtspunkt über den Bodensee.
Nach fachkundiger Erläuterungen von Jürgen Gruß traten wir wieder die Rückreise an.
Von Radolfzell fuhren wir mit der Bahn über Singen – Rottweil – Stuttgart nach Plochingen zurück.
Ein toller und ereignisreicher Tag ging zu Ende. Ein herzliches Dankeschön an unsere Reisebegleiter Jürgen Gruß und Erhard Schill.

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Tag des Wanderns

Besuch der Kugelmühle in Neidlingen und anschließende Besichtigung des Ortes Neidlingen.

Am 14. Mai, dem Tag des Wanderns, machten wir, eine Gruppe des Schwäbischen Albvereins Plochingen, uns auf nach Neidlingen.
Zuerst stand der Besuch der Kugelmühle auf dem Programm.

Herr Metzler sen., Vater des Kugelmüllers, gab uns einen Einblick, wie die Marmorkugeln, die es in verschiedenen Farben und Größen zu sehen und auch zu kaufen gibt, hergestellt werden.

Die Rohlinge, schwäbischer Marmor, sind in verschiedenen Steinbrüchen auf der Schwäbischen Alb zu finden. Die verschiedenen Maschinen, die die Steine bearbeiten, wurden von ihm und seinem Sohn selbst entworfen und entwickelt.
Die Rohlinge werden aus den Steinen herausgebohrt .Übrig bleibt dann ein Brocken mit vielen Löchern, die dann zum Bepflanzen für ein paar Euro verkauft werden. Die herausgebohrten Zylinder werden weiter bearbeitet. Es entstehen dadurch eckige Steine, die dann grob abgeschliffen werden. Nun kommt die Kugelmühle zum Einsatz. Der Mühlstein ist aus Sandstein, in den Rillen geschllffen  werden. Darüber kommt ein Holzrad mit den gleichen Rillen. Zusammengehalten wird das Ganze durch eine Stahlachse. Die Flügel sind aus Douglasienholz. Das Ganze wird dann in den Seebach gestellt. Über eine Rinne wird das Wasser über die Mühle geleitet. Durch das Drehen werden die Steine zu Kugeln geformt. In den Kugeln konnte man sogar noch Versteinerungen sehen, die im Marmor eingeschlossen waren.

Die Zeit verging durch den sehr interessanten Vortrag wie im Flug. Nach einer Stunde verließ die Gruppe beeindruckt die Kugelmühle.

Der 1. Vorsitzende der Ortsgruppe Neidlingen des Schwäbischen Albvereins, Herr Dietmar Brendel, hatte sich im Vorfeld bereit erklärt, uns die Gemeinde Neidlingen noch etwas näher zu bringen. Er zeigte uns die sehenswerte Rathausuhr und die Konrad-Widerholt-Mühle. Am Mühlbach entlang spazierten wir am Pfarrhaus und der Pfarrscheuer vorbei zur Kirche, die wir besichtigten.  Von dort aus ging es dann weiter zur Schreiner Holder. Frau Holder führte uns durch die Werkstatt. Im angrenzenden Laden gab es alles, was das Kinder- und Erwachsenenherz begehrt von den Kreiseln mit Peitsche aus unserer Jugend über Puppenstubenzubehör und vieles andere mehr.

Nachdem wir dann genug in Kindheitserinnerungen geschwelgt hatten, begaben wir uns ins Gasthaus Lamm,  wo wir dann den interessanten Nachmittag bei Kaffee und Kuchen oder Vesper ausklingen ließen.

(Bilder: Doris Tosic)

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Familienaktion – „Time to Play“ (Spielenachmittag)

Dies war das Motto am Sonntag-Nachmittag (28.01.2018) im Albvereinsturm.
Jede Familie brachte ihre Lieblingsspiele mit und alle fingen an zu spielen.

Egal ob Würfel- oder Brettspiel, es war für jedes Alter etwas dabei:
Da durfte die Kakerlake durchs Labyrinth laufen, es wurden Hüttchen gefangen und mit ruhiger Hand nach Herz und Niere gefischt.

Es wurde um farbige Würfel gezockt oder in Reihen gelegt.

Die Zeit verging wie im Flug und alle hatten ihren Spaß!

 

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